Facebook: Droht neuer Ärger mit Open Graph Protocol?

Für weitere Unruhe in der Datenschutzdebatte könnte auch eine andere Neuerung bei Facebook sorgen. Das Unternehmen hat angekündigt, das neue Open Graph Protocol nutzen zu wollen. Über Social Plugins, die auf dem Protokoll basieren, kann jede beliebige Webseite mit der Netzwerk-Plattform verknüpft werden. Klicks auf fremde Websites können so zu Facebook zurückgespielt werden und Facebook erfährt so mehr Details über die das Surfverhalten seiner User und deren Vorlieben. Diese können dann an Werbetreibende verkauft werden.

User sehen "I like" der Freunde von anderen Websites

Websites wie Bild, IMDB oder auch viele Blogger nutzen bereits das Social Plugin für den Daumen-hoch–Button. Mit einem Klick auf die Funktion wird dann beispielsweise ein Film automatisch in die Rubrik "Lieblingsfilme" im Facebook-Profil des Anwenders eingetragen. Ist der Nutzer nicht bei Facebook eingeloggt, kann er das über den Klick auf den Button erledigen. Ausloggen muss er sich über die Facebook-Plattform. Arbeitet man mit mehreren Fenstern und ist man bereits eingeloggt, kann dies ebenso zu unerwarteten Einträgen führen wie ein Vergessen des Ausloggens, da ein reines Schließen des Browserfensters dies nicht bewirkt.

Gerade auch weil der Link für das "Ausloggen" aus dem Netzwerk in ein aufklappbares Menü verschoben wurde, ist es wahrscheinlicher geworden, dass Nutzer das Abmelden vergessen und so die Daten übermitteln. Doch auch das Abmelden nützt nichts wenn Nutzer die Cookies akzeptiert, die Facebook beim Besuch der Seite an den Nutzer schickt. Das Plugin selbst registriert nämlich schon den einfachen Besuch der Webseite. Facebook liest dann aus den Cookies welche Seiten aufgerufen wurden und kann dies nutzen.