Facebook und die Probleme mit dem Datenschutz.
Wie sicher sind meine Daten?

Die englischsprachige Datenschutzerklärung von Facebook ist seit 2005 von rund 1000 auf 5830 Wörter angewachsen. Damit ist sie sogar länger als die Verfassung der Vereinigten Staaten (4543 Wörter). Datenschützer beklagen nicht nur die Länge des Pamphlets und das undurchsichtige Paragraphengeflecht, sondern führen auf, dass in den vergangenen Monaten mehrfach Datenschutzeinstellungen geändert wurden, ohne zuvor ausdrücklich das Einverständnis der Mitglieder einzuholen. Das Unternehmen verstößt so gegen Datenschutzrechte und ignoriert die Privatsphäre seiner Mitglieder.

Facebook weiß nämlich nicht nur vieles über seine Mitglieder, sondern auch über seine Nichtmitglieder: So werden an Nichtkunden automatisiert Einladungsmails verschickt, die scheinbar von ihnen bekannten Mitgliedern stammen. In solchen Mails werden weitere Bekannte des Nichtmitglieds aufgelistet, die der Empfänger mitunter aber nicht einmal kennt.

Ein Vergleich aus dem realen Leben

Stellen Sie sich vor Sie besuchen einen Trödelmarkt in NRW und jeder würde Sie gleich erkennen. Dann würden Sie sich sicherlich Fragen, warum Sie sich im Vorfeld nicht stärker vor Augen geführt haben, dass der Datenschutz ein wichtiges brisantes Thema ist.

Wie gelangt Social-Network-Dienst an Daten von Nichtmitgliedern?

Facebook bietet seinen Mitgliedern an, alle E-Mail-Kontakte zu übertragen, um Freunde auf Facebook zu finden. So weiß das Netzwerk nicht nur, welche E-Mail-Kontakte das Mitglied hat, sondern auch über welche Facebook-Kontakte Nichtmitglieder verfügen.
Die konkrete Beschreibung dafür lautet: "Nutzer können ihre Freunde einladen, indem sie die E-Mail-Adressen aus ihrem Adressbuch hochladen und an die Personen auf dieser Liste Einladungen verschicken lassen."
Dabei wird auf eine in der Branche gängige Vorgehensweise verwiesen, da auch Anbieter von Webmaildiensten und Instant-Messaging-Diensten anbieten die Kontakte aus den Adressbüchern hochzuladen.

Für Datenschützer nicht akzeptabel.

Datenschützer befinden diese Vorgehensweise als problematisch und befürchten angesichts der 400 Millionen Nutzer, dass Facebook ein Beziehungsprofil zwischen den Bürgern des Landes erstellen kann. Der Social-Network-Dienst wurde daher angemahnt, diese Vorgehensweise einzustellen und die entsprechenden Daten nicht mehr zu speichern. Bis Mitte Juni hat das Unternehmen noch Zeit - sonst droht ein Bußgeld von bis zu 300.000 Euro.

Reaktionen seitens Facebook

Die Betreiber des Netzwerkes haben bereits auf die Klagen der der Datenschützer reagiert: Facebook-Gründer Mark Zuckerberg stellte nun verbesserte Datenschutz-Einstellungen vor. Nutzer können einfacher als bisher festlegen, welche Informationen sie mit wem teilen möchten und es sei leichter zu verhindern, dass Daten auf anderen Websites angezeigt würden.

Weiterhin will Facebook künftig weniger Änderungen an den Grundeinstellungen vornehmen.