Wird Facebook immer öffentlicher?

Eines sollte jedem Nutzer eines sozialen Netzwerks klar sein. Die Voraussetzungen und positiven Effekte von Facebook sind, dass sich auf der Plattform Menschen finden und miteinander offen kommunizieren können. Teilen von Informationen wie Geburtsdatum, Status-Updates oder beispielsweise der schnelle Foto Upload eines Schnappschusses sind Grundlage dieses Systems.

Auf der anderen Seite wird die Möglichkeit geboten um ohne große Mittel eine Bewegung zu starten oder ein Thema, welches unter den Nägeln brennt öffentlichkeitswirksam zu positionieren. Eine neugegründete Seite, die innerhalb kürzester Zeit mehrere Tausende Nutzer vereinen kann, bekommt Aufmerksamkeit, auch in den Printmedien.

Der Betrieb des Netzwerks ist kostenintensiv. Jeden Monat laden Mitglieder drei Milliarden Fotos hoch, jede Woche fünf Milliarden kleine Nachrichten, Statusmeldungen oder Links zu anderen Websites. Facebook muss für diese gigantische Rechenleistung 40.000 Server aufstellen und warten, die hohe Fixkosten mit sich bringen.

Sandbergs und Zuckerbergs Vorstöße, Facebook zu neuen Werbeumsätzen zu verhelfen, führten im Dezember zur Änderung der Standardeinstellungen so, dass Nutzer plötzlich alles mit allen teilen sollten. Wer es privat halten wollte, musste ausgiebig die Einstellungen verändern. Später kam es zur Veröffentlichung der Freundeslisten oder der Einführung des umstrittenen "Like"-Button, der plötzlich auf Zigtausenden Websites auftauchte und Nutzervorlieben direkt an Facebook meldet, wenn die Facebook-Nutzer ihn anklickten. Rückschlüsse wer welche externen Onlineseiten mag sind somit möglich und werden gespeichert - Informationen, für die die Werbeindustrie viel Geld bezahlt.

Diese und andere Änderungen mussten jedoch zurückgenommen werden. Immer wieder betont das Management, dass Facebook keine persönlichen Informationen mit Dritten teile und Daten nur anonym weitergebe. Das Problem für viele Nutzer aber ist, dass Facebook ihre Daten überhaupt weitergibt.

Nach großen Protesten hat Zuckerberg am 26. Mai Änderungen zur Verbesserung des Schutzes der Daten angekündigt, die in den nächsten Wochen schrittweise vollzogen werden sollen.

Was ist nach den Protesten noch sichtbar?

Diese Daten sind bis zum Vollzug der Änderungen immer noch öffentlich einsehbar:

  • Name,
  • Profilfoto,
  • Angaben über Geschlecht,
  • Wohnort,
  • Netzwerke,
  • Fanseiten,
  • Interessen (Musik, Bücher oder Filme)

All diese Informationen tauchen auf den Profilseiten auf (wenn Fremde sie anschauen) und können von den diversen Suchmaschinen gefunden werden. Weiterhin ist auf Websites, die Facebooks Social Plugins benutzen, zu sehen, ob man bei dieser Seite den "I like" Button gedrückt hat.